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Nachdenken über "die letzten Dinge"
Pater Roland Stemmler, Kath. Seelsorger an der Costa Blanca, am 19.04.2009 um 01:02 Uhr
Die Gedanken dieser folgenden Betrachtung hat der italienische Kardinal Carlo Martini (81), einst Erzbischof von Mailand, vor 15 Jahren als Buch niedergeschrieben. Sie mögen uns eine Hilfe sein, über die „Letzten Dinge“ nachzudenken.

Gott hat uns sein Leben in der Zeit für die Ewigkeit geschenkt. Die Auferstehung des Herrn offenbart die Solidarität des lebendigen Gottes mit unserer Situation als Geschöpfe in der Zeit.
Zugleich gibt uns das Ereignis der Auferstehung die Gewissheit, dass wir dazu berufen sind, an der Ewigkeit Anteil zu haben.
In der Auferstehung Christi ist uns das Leben versprochen, wie uns auch in seinem Tod die treue Nähe Gottes in Leid und Schmerz zugesagt wurde.
Ostern ist das göttliche Ereignis, in dem uns die Bestimmung der Zeit zu ihrer glücklichen Vollendung in der Gemeinschaft mit Gott geoffenbart und versprochen wird.
Im Licht des Osterereignisses enthüllt sich auch der volle christliche Sinn des leiblichen Todes, das letzte sichtbare Geschehen unseres Lebens.
Der Tod ist Abschied und Verlust. Wie Jesus in seiner Verlassenheit am Kreuz erfährt jeder Sterbende die Einsamkeit des letzten Augenblicks und den schmerzhaften Riß.
Jeder stirbt für sich allein!
Aber wer in Gott stirbt, weiß sich wie Jesus in den Armen des Vaters, der im Heiligen Geist den Abgrund der Ferne überwindet und die ewige Gemeinschaft des Lebens entspringen lässt.
Deshalb ist für die große christliche Tradition der Tod eher ein dies natalis, ein Tag der Geburt in Gott, an dem wir aus dem dunklen Schoß der Dreieinigkeit, die uns geschaffen und erlöst hat, heraustreten, um in Gemeinschaft mit dem Sohn und mit dem Heiligen Geist das Angesicht Gottes unverhüllt zu schauen.
Geborenwerden ist Berufung zu einer Bestimmung für die Ewigkeit und darf deshalb von niemanden manipuliert werden.
Wer stirbt, geht der Erfüllung dieser Bestimmung entgegen.

Ihnen eine gesegnete Osterzeit
Ihr Seelsorger

Pater Roland Stemmler