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Literatur- und Kulturfreunde November-Treff: Mörderisches
Alois Günter Lehner, am 06.12.2017 um 00:06 Uhr
Die Kurzgeschichten-Trilogie endete am 29. und 30.11.2017 mit dem Thema „MÖRDERISCHES & GRUSELIGES“- ein Nachbericht:

Die kurzweilige Info am Anfang, von Natascha Michnow, führte von den Anfängen der Kriminalliteratur in die Gegenwart und deren interessante Schriftsteller, und warum Kriminalgeschichten so erfolgreich sind. Anschließend lasen acht Personen (!), 5 Autorinnen und 1 Autor und Dichter und ein Vorleser für eine Autorin, und Natascha, ihre eigenen und fremden Geschichten zu diesem Thema vor.

Zunächst ging es um eine beängstigende Geschichte über Vorsehung und Vorahnung, „Das Gesicht“, die von der Autorin Dagmar Meyer hervorragend beschrieben und vorgetragen wurde. Man war hinterher froh, dass man nur Zuhörer und nicht Betroffener war.
Kaum hatte man Zeit sich von der Geschichte zu lösen, schon stand die nächste Erzählung an.
Ein Raubmord im Goldschmiede-Milieu von Calpe: „Victorino und der Juwelenmord“. Ein kompetenter Kriminalkommissar war in der Lage; den komplizierten Fall zu lösen. Der Autorin Dr. Gabriela Calutio Sonnenberg gelang es diesen Fall spannend und mitreißend zu schreiben und zu interpretieren.
Und wie ging es weiter?
„Traumstunde“. Ein Mann mit Erfolg im Leben und im Beruf. Mit einmal ist er allem überdrüssig. Er tötet seine Familie, verbrennt sein Haus und vernichtet sich selbst durch diese Taten, nur um wieder die Sehnsucht zu spüren. Überzeugend vorgetragen von Bernd Christian Supp, der uns nicht verriet, wer die Autorin ist. Denn sie will sich zu einem späteren Zeitpunkt selber persönlich vorstellen.
Und die nächste Greulichkeit?
Eine rothaarige Frau in Moraira schwebt in Lebensgefahr: „Moraira ist nichts für Rothaarige“. Ein Psychopath hat es auf „Rothaarige“ abgesehen und trachtet ihnen nach dem Leben. Die Autorin Ute Lehner kann die Spannung in den einzelnen Situationen gut beschreiben und im Vortrag exzellent rüberbringen.
Sofort die nächste Erzählung:
„Mördergesichter“. Eine aufregende Erzählung über eine Reise in Mittelamerika insbesondere in Bogota und Caracas. Haben Sie schon mal die entwürdigende Personenkontrolle an Flughäfen in der 3.Welt mitgemacht und dabei ohne Schuldgefühl dennoch um ihre Gesundheit gefürchtet? Die Autorin Luitgard-Maria Matuschka konnte dies in ihrer Erzählung lebensnah mitteilen.
Wie hält man die Spannung? Mit guten Erzählungen die sogleich folgte:
„Seit gestern bin ich tot“. Ein neugierig machender Titel, aber wie will sie dies den Anwesenden vermitteln? Mit einer Erzählung, die es dem Zuhörer ermöglicht, die Todesangst der Autorin Jutta Draxler in ihrer Kurzgeschichte ganz und gar nachzuerleben und nachzufühlen.
„Das Verräterische Herz“, eine Story von Edgar Alan Poe: Ein Irrer, der sich vom Bösen-Blick seines Hausherrn so beherrscht fühlt, dass er diesen in nächtlichen Besuchen beobachtet und dann auch tötet. Der vermeintlich perfekte Mord wird doch durch den Irrsinn des Mörders aufgedeckt. Diese Kurzgeschichte wurde von Natascha Michnow beängstigend realistisch vorgetragen und führte zu „Gänsehautgefühl pur“ beim Zuhörer.
Doch zum Schluss ein Krimi der ganz anderen Art:
Ein „Hühnerkrimi“: Erzählt aus der Sicht eines Hofhundes der sich für die Belange des Bauerhofes verantwortlich fühlt. Im Hühnerhof fehlt eines Morgens eine Henne. Wo ist sie, ist sie tot? Hat sie der Fuchs geholt! Der Hofhund hat Angst er könnte in Verdacht kommen. Zum Schluss kommt heraus, die Henne hat sich einen anderen Hahn angelacht. Dieser war dann doch nicht so hübsch und die Gute kam reumütig zurück. Der Autor Paul Schliemann konnte mit dieser bezaubernden Geschichte und zwei Gedichten über Hexen und Dracula und Draculine die Zuhörer begeistern.

Das Publikum gingen mit der Überzeugung nach Hause, einen schönen Nachmittag mit erlebenswerten, vielseitigen Geschichten und tollen Autoren von der Costa Blanca verbracht zu haben. Der Dank gilt auch den Chefs der beiden Lokale, die diese Abende ermöglichen.

Der besondere Dank gebührt aber Natascha Michnow für die Zeit und Mühe, die sie immer für das Gelingen dieser hervorragenden kulturellen Veranstaltungen aufbringt.
Und es war wunderbar, wie alle Autoren, und noch viele Gäste, jeweils hinterher in heiteren Runden zusammensaßen.
Foto von rechts: Jutta Draxler, Ute Lehner, Paul Schliemann, Luitgard-Maria Matuschka, Natascha (hinten), Dagmar Meyer (vorne), Dr. Gabriela Calutio Sonnenberg und Bernd Christian Supp.

Wir freuen uns auf weitere interessante Treffen der Literatur- & Kulturfreunde.
Alois Günther Lehner